Akademisches Lehrkrankenhaus der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Klinik Ergotherapie Ergotherapie Klinik

In der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie halten wir 15 stationäre Behandlungsplätze für die ganzheitliche Behandlung von akuten Phasen psychischer Erkrankungen vor. Im Mittelpunkt der psychosomatisch-psychotherapeutischen Behandlung stehen dabei die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen psychischen, körperlichen und sozialen Vorgängen. Auch zahlreiche körperliche Erkrankungen weisen bei genauerer Betrachtung seelische Ursachen oder zumindest Einflussfaktoren auf. Einsicht in diese Zusammenhänge zu gewinnen, kann helfen Symptome aufzulösen und Beschwerden anhaltend zu lindern.

Standortübergreifend besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Innere Medizin unseres Hauses am Standort Merseburg im Rahmen der psychokardiologischen Versorgung von PatientInnen sowie eines regelmäßigen psychosomatischen Konsil- und Liaisondienstes.


Behandlungskonzept

Im Zentrum unseres Behandlungsangebotes steht die Gruppenpsychotherapie. Sie findet stationsübergreifend in psychoanalytisch-interaktioneller Ausrichtung im halboffenen Gruppensetting Anwendung. Parallel zu den Gruppentherapiesitzungen finden einmal wöchentlich einzeltherapeutische Gespräche mit einem für die Dauer der Behandlung festen Bezugstherapeuten statt. In Ergänzung dazu kommen verschiedene weitere Therapiemodule zum Einsatz um eine möglichst individuell angepasste, störungsspezifische und intensive Gesamtbehandlung anbieten zu können. Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel zwischen acht und zwölf Wochen, kann aber je nach Symptomatik und Behandlungsverlauf auch variieren. Beurlaubungen in die häusliche Umgebung zur Belastungserprobung finden regulär alle zwei Wochen statt und sind fester Bestandteil des Behandlungskonzeptes.


Folgende Therapiebausteine können im Einzelnen zum Einsatz kommen:

  • Gruppenpsychotherapie in psychoanalytisch-interaktioneller Ausrichtung
  • einzeltherapeutische Sitzungen (psychodynamisch oder kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet)
  • spezielle psychotraumatherapeutische Interventionen
  • paar- oder familientherapeutische Gespräche
  • Katathym-Imaginative Psychotherapie im Einzel- und Gruppensetting
  • gezieltes Expositionstraining (in sensu und in vivo)
  • Ergotherapie
  • Konzentrationstraining
  • Gestaltungstherapie
  • störungsspezifische Psychoedukationsgruppen
  • Entspannungsverfahren (v.a. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson)
  • Soziales Kompetenztraining (Rollenspiel)
  • Achtsamkeitstraining
  • Sport- und Physiotherapie
  • Medizinisch-ärztliche Einzelkontakte
  • wöchentliche Visiten zur Fokussierung medizinischer und therapeutischer Themen
  • sozialtherapeutische Kontakte

Bei Bedarf und bestehender Indikation kommen nach Prüfung und vorheriger Absprache auch medikamentöse Behandlungsoptionen (z.B. Psychopharmaka) kurz – oder langfristig zum Einsatz um die Genesung zu unterstützen.


Krankheitsbilder

Folgende Krankheitsbilder werden in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt:

  • Angststörungen und Phobien
  • Depressionen
  • Zwangsstörungen
  • Somatoforme Störungen (u.a. anhaltende Schmerzstörungen, Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Beschwerden, körperdysmorphe Störungen)
  • schwere Störungen der Persönlichkeitsentwicklung (Persönlichkeitsstörungen)
  • Impulskontrollstörungen
  • Dissoziative Störungen (z.B. psychisch bedingte Lähmungserscheinungen)
  • Posttraumatische Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen
  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Disorder)
  • Arbeitsplatzbezogene Störungen (Burn-Out, Mobbing)
  • Psychische Störungen bei onkologischen Erkrankungen (Psychoonkologie)
  • Körperliche Erkrankungen mit psychischen Einflussfaktoren (chronische Schmerzen, schwer einstellbarer Diabetes mellitus, hoher Blutdruck, Adipositas)
  • Identitätsstörungen v.a. bei jungen Erwachsenen

Kontaktaufnahme/Anmeldung:

Unter der Telefonnummer 034771 / 71471 oder 034471 / 71473 kann die Anmeldung für ein Vorgespräch erfolgen. Hier erhalten PatientInnen und ZuweiserInnen auch erste Informationen über eine stationäre Aufnahme. Im Vorgespräch selbst (50 Minuten Dauer) werden wir dann prüfen, ob durch unser Behandlungsangebot eine Linderung der jeweiligen Beschwerden erreicht werden kann. Falls ja wird ein möglichst zeitnaher stationärer Aufnahmetermin vereinbart. Falls nicht, helfen wir durch Informationen und Hilfestellungen bezüglich alternativer Optionen weiter. Für das Vorgespräch benötigen wir einen Überweisungsschein vom Hausarzt/Facharzt sowie die Versichertenkarte.

Für PatientInnen die sich bereits in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden und dennoch eine stationäre Therapie in Erwägung ziehen, empfehlen wir sich mit der jeweiligen Behandlerin oder dem Behandler zu besprechen und gemeinsam zu überlegen ob eine stationäre Therapie hilfreich sein könnte.

Wann ist eine Behandlung nicht möglich?

Bei Vorliegen von stoffgebundenen Suchterkrankungen (Alkohol, illegale Substanzen/Drogen), hirnorganischen Erkrankungen (z.B. Demenz) und floriden psychotischen Symptomen kann eine Aufnahme nicht erfolgen.


Was PatientInnen für den stationären Aufenthalt benötigen:

  • Einweisungsschein
  • Versichertenkarte
  • Freizeit- und Alltagsbekleidung für mindestens zwei Wochen
  • wetterfeste Kleidung für das therapeutische Wandern
  • Sportbekleidung, Turnschuhe (für Sport- und Physiotherapie)
  • Buntstifte
  • Kugelschreiber und Bleistift
  • einen A4-Schreibblock

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung: 12.10.2018Zurück zum Seitenanfang