Akademisches Lehrkrankenhaus der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

» KontaktAbteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Klinik Ergotherapie Ergotherapie Klinik

Die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unserer Klinik hat sich in den vergangenen Jahren zu einer spezialisierten psychotherapeutischen Fachabteilung in der Region entwickelt. Eine besondere Expertise besteht in der Behandlung von ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen, v.a. von Borderline- und schweren narzisstischen Entwicklungen. Weiterhin halten wir spezialisierte Angebote für die Behandlung von Traumafolgestörungen und von Essstörungen vor. Unser pflegerisches Team verfügt über eine lange gewachsene Erfahrung in der Begleitung von traumatisierten und interaktionell schwierigen PatientInnen.

Wesentlich für unseren hohen Behandlungsstandard sind die engen wechselseitigen Kooperationen unserer Abteilung mit der Klinik für Innere Medizin III (Chefarzt Dr. med. K.-P. Litwinenko) sowie der Chirurgischen Klinik am Standort Querfurt (Chefarzt Dr. med. M. Krüger). Die enge Verzahnung mit den psychiatrischen Behandlungsangeboten unserer Klinik ermöglicht ohne Zeitverluste Anpassungen des Behandlungssettings z.B. bei suizidalen Krisen. Dadurch kann die psychotherapeutische Behandlung auch schwerer psychischer Erkrankungen ohne wesentliche Unterbrechung der therapeutischen Beziehungen erfolgen.

Insgesamt werden am Standort Querfurt 15 stationäre Behandlungsplätze in Einzel- und Doppelzimmern für die ganzheitliche Behandlung von schweren Phasen psychischer , psychosomatischer und somatopsychischer Erkrankungen vorgehalten.


Behandlungskonzept

Im Zentrum unseres Behandlungsangebotes steht die Gruppenpsychotherapie. Sie findet stationsübergreifend in psychoanalytisch-interaktioneller Ausrichtung im halboffenen Gruppensetting Anwendung. Ergänzend zu den Gruppentherapiesitzungen finden einmal wöchentlich einzeltherapeutische Gespräche mit einem für die Dauer der Behandlung festen Bezugstherapeuten statt. Die Behandlungsplanung erfolgt individualisiert. Neben psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Interventionen kommen bei Bedarf auch spezifische psychotraumatherapeutische Techniken (Screen-Technik, EMDR, KIP) zum Einsatz. Im Behandlungsprozess kommen außerdem verschiedene weitere Therapiemodule zum Einsatz um eine möglichst individuell angepasste, störungsspezifische und intensive Gesamtbehandlung anbieten zu können.
Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel zwischen acht und zwölf Wochen, sie kann je nach Symptomatik und Behandlungsverlauf individuell variieren. Beurlaubungen in die häusliche Umgebung zur Belastungserprobung finden regulär alle zwei Wochen statt und sind fester Bestandteil des Behandlungskonzeptes.


Folgende Therapiebausteine können im Einzelnen zum Einsatz kommen:

  • Gruppenpsychotherapie in psychoanalytisch-interaktioneller Ausrichtung
  • einzelpsychotherapeutische Sitzungen
  • spezielle psychotraumatherapeutische Interventionen
  • paar- oder familientherapeutische Gespräche
  • Katathym-Imaginative Psychotherapie im Einzel- und Gruppensetting
  • gezieltes Expositionstraining (in sensu und in vivo)
  • Ergotherapie
  • Konzentrationstraining
  • Gestaltungstherapie
  • störungsspezifische Psychoedukationsgruppen
  • Entspannungsverfahren (v.a. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson)
  • Soziales Kompetenztraining (Rollenspiel)
  • Achtsamkeitstraining
  • Sport- und Physiotherapie
  • Therapeutisches Wandern
  • Medizinisch-ärztliche Einzelkontakte
  • wöchentliche Visiten zur Fokussierung medizinischer und therapeutischer Themen
  • sozialtherapeutische Kontakte

Bei Bedarf und bestehender Indikation kommen nach Prüfung und vorheriger Absprache auch medikamentöse Behandlungsoptionen (z.B. Psychopharmaka) kurz – oder langfristig zum Einsatz um die Genesung zu unterstützen.


Krankheitsbilder

Psychosomatische Medizin Psychosomatische Medizin Psychosomatische Medizin Psychosomatische Medizin

Folgende Krankheitsbilder werden in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt:

  • Angststörungen und Phobien
  • Depressionen
  • Zwangserkrankungen
  • Somatoforme Störungen (u.a. anhaltende Schmerzstörungen, Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Beschwerden, körperdysmorphe Störungen)
  • schwere Störungen der Persönlichkeitsentwicklung (Persönlichkeitsstörungen)
  • Impulskontrollstörungen, Selbstverletzendes Verhalten
  • Dissoziative Störungen (z.B. psychisch bedingte Lähmungserscheinungen)
  • Posttraumatische Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen
  • Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimie, Binge-Eating-Disorder)
  • Schwere arbeitsplatzbezogene Störungen (Burn-Out, Mobbing)
  • Psychische Störungen bei onkologischen Erkrankungen (Psychoonkologie)
  • Körperliche Erkrankungen mit psychischen Einflussfaktoren (chronische Schmerzen, schwer einstellbarer Diabetes mellitus, hoher Blutdruck, Adipositas)
  • Identitätsstörungen v.a. bei jungen Erwachsenen

Wichtige Informationen

Psychosomatische Medizin

Kontaktaufnahme / Anmeldung:

Unter der Telefonnummer 034771 / 7 14 71 oder 034471 /7 14 73 kann die Anmeldung für ein Vorgespräch erfolgen. Hier erhalten PatientInnen und ZuweiserInnen auch erste Informationen über eine stationäre Aufnahme. Im Vorgespräch selbst (50 Minuten Dauer) werden wir dann prüfen, ob durch unser Behandlungsangebot eine Linderung der jeweiligen Beschwerden erreicht werden kann. Falls ja wird ein möglichst zeitnaher stationärer Aufnahmetermin vereinbart. Falls nicht, helfen wir durch Informationen und Hilfestellungen bezüglich alternativer Optionen weiter. Für das Vorgespräch benötigen wir einen Überweisungsschein vom Hausarzt/Facharzt sowie die Versichertenkarte.

Für PatientInnen die sich bereits in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden und dennoch eine stationäre Therapie in Erwägung ziehen, empfehlen wir sich mit der jeweiligen Behandlerin oder dem Behandler zu besprechen und gemeinsam zu überlegen ob eine stationäre Therapie hilfreich sein könnte.

Für PatientInnen die sich bereits in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden und dennoch eine stationäre Therapie in Erwägung ziehen, empfehlen wir sich mit der jeweiligen Behandlerin oder dem Behandler zu besprechen und gemeinsam zu überlegen ob eine stationäre Therapie hilfreich sein könnte.

Wann ist eine Behandlung nicht möglich?

Bei Vorliegen von stoffgebundenen Suchterkrankungen (Alkohol, illegale Substanzen/Drogen), hirnorganischen Erkrankungen (z.B. Demenz) und floriden psychotischen Symptomen kann eine Aufnahme nicht erfolgen.


Weiterführende Informationen

Letzte Änderung: 19.12.2019Zurück zum Seitenanfang