Akademisches Lehrkrankenhaus der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Behandlungsmethode erspart Operation

Etwa 25 Prozent aller Frauen über 30 Jahre haben Uterusmyome. Myome sind Wucherungen in der Muskelschicht. Besonders häufig entstehen sie in der Gebärmutter. Meist entwickeln sie sich zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr unbemerkt und ohne dass Beschwerden auftreten.

"Die gutartigen Tumore sind zwar nicht gefährlich, können aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen", erklärt Dr. Matthias Wolters, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Carl-von-Basedow-Klinikum in Merseburg. "Etwa ein Viertel der betroffenen Frauen kann mit einem Myom beschwerdefrei leben. Bei ihnen ist keine Behandlung nötig", schildert der erfahrene Frauenarzt. "Die Frauen, die zu uns kommen oder von ihrem Gynäkologen überwiesen werden, haben meist einen langen Leidensweg hinter sich. Das reicht von starken, lang anhaltenden bzw. unregelmäßigen Monatsblutungen bis hin zu Schmerzen oder Beeinträchtigungen benachbarter Organe."

Durch das Größenwachstum - Myome können 15 cm und größer werden - entsteht je nach Anzahl und Position der Wucherungen Druck auf Blase, Darm oder Nervenendigungen, der zu Beschwerden und Folgeerkrankungen führen kann. In diesen Fällen ist es notwendig, die Myome zu entfernen.

Nach intensiver Vorbereitung und in Kooperation mit der Funktionsabteilung für Radiologische Diagnostik und Intervention wird im Klinikum seit Dezember 2011 das Verfahren der Uterusmyomembolisation durchgeführt.

"Dabei handelt es sich um ein die Gebärmutter erhaltendes, radiologisch-interventionelles Verfahren zur Behandlung symptomatischer Uterusmyome", erklärt der Chefarzt der Radiologie, Dr. med. Andreas Grothe. "Durch Embolisation von Mikrosphären in die Arteria uterina kommt es zur Schrumpfung der Myome und Rückgang der Beschwerden unter Erhalt der Uterusperfusion."

Anstatt die Myome oder den gesamten Uterus, wie sonst üblich, chirurgisch zu entfernen, wird bei dieser Therapie den Myomen die Blutversorgung entzogen. Der Eingriff dauert circa eine Stunde und findet in Lokalanästhesie statt.

Unter Röntgenkontrolle wird die Leistenschlagader punktiert und der Katheter bis in die Gefäße vorgeschoben, die das Myom mit Blut versorgen. Sandkorngroße Kunststoffkügelchen werden injiziert und verhindern eine ausreichende Blut- und Sauerstoffzufuhr der gutartigen Geschwülste. Innerhalb von drei bis sechs Monaten schrumpfen die Myome bis auf ca. die Hälfte ihrer Ausgangsgröße. Der Körper wandelt das nicht durchblutete Gewebe in Narbengewebe um. In 80 bis 90 Prozent der Fälle werden nach einigen Wochen die Druckbeschwerden deutlich gelindert und es normalisiert sich die Regelblutung.

Nach dem Eingriff bleiben die Patientinnen für zwei bis fünf Tage zur Beobachtung im Klinikum.


Uterus-Myomembolisation

Wann?

Die Uterus-Myomembolisation wird bei vorliegenden Uterusmyomen mit vorhandenen Beschwerden (Druckbeschwerden, Blutungsbeschwerden) als uteruserhaltendes radiologisch-interventionelles Verfahren durchgeführt.


Funktionsbereich Radiologie: Kooperation bei der Uterus-Myomembolisation

Wie?

Über eine Punktion der Leistenarterie wird ein Katheter in die Uterusgefäße eingeführt und diese mit kleinsten Kügelchen verstopft. Dadurch schrumpfen die Myome in der Folgezeit und die Beschwerden bilden sich zurück.


Ablauf

Die Prozedur dauert ca. 1 Stunde, es folgen etwa 3 Tage stationärer Krankenhausaufenthalt mit einer anschließenden Krankschreibung für 1 bis 2 Wochen.


Kontakt

Weitere Informationen und Anmeldung über die Sekretariate:

Dr. Matthias Wolters
Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (rechts im Bild)
03461 / 27 40 01

Dr. Andreas Grothe
Chefarzt der Funktionsabteilung für Radiologische Diagnostik und Intervention
03461 / 27 15 01

Wir erläutern Ihnen im Vorgespräch die Methode und klären Sie zu möglichen Risiken auf.

Letzte Änderung: 22.07.2013Zurück zum Seitenanfang