Akademisches Lehrkrankenhaus der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Geburtshilfe: Eingangsbereich Kreißsaal

Alle Räume des Kreißsaalbereiches wurden durch Künstler der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle, in außergewöhnlich schöner und harmonischer Farbgebung gestaltet.

Jeder der drei Kreißsäle besitzt seinen eigenen Charakter. Davon dürfen Sie sich gern im Rahmen einer Kreißsaalbesichtigung selbst ein Bild machen. Sie werden während Ihrer Entbindung von Klinik- oder Beleghebammen betreut. Unser Team besteht aus neun Hebammen, die im Dreischichtsystem arbeiten. Im Dienst befinden sich jeweils ein bis zwei Hebammen.

Rund um die Uhr ist ein Facharztteam, bestehend aus Frauenärzten, Narkoseärzten und Kinderärzten, anwesend, das Ihnen und Ihrem Kind im Fall unerwarteter Komplikationen zur Seite steht. Weiterhin befinden sich Chef- und Oberärzte der Abteilung in ständiger Rufbereitschaft. Sollten Sie spezielle Wünsche, wie zum Beispiel die Entbindung im Roma-Rad, in der Gebärwanne oder auf dem Gebärhocker, haben, sind wir selbstverständlich bestrebt, diese mit Ihnen zu verwirklichen. Unsere Hebammen beantworten Ihnen jederzeit Fragen rund um die Geburt (Geburtsvorbereitung, Entbindung, Nachsorge nach der Entbindung).


Angebote im Kreißsaal

Geburtshilfe: Gestaltung des Kreißsaals Geburtshilfe: Entspannungsbad Geburtshilfe: Gebärhocker
  • durch die Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein in Halle, künstlerisch gestaltete Kreißsäle
  • individuelle, familienorientierte Geburtsleitung, unter Anwesenheit Ihres Partners oder einer vertrauten Person Ihrer Wahl
  • Betreuung durch Klinik- oder Beleghebammen, Betreuung durch Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 24h vor Ort, sowie Chefarzt und Oberärzte in Rufbereitschaft
  • Gebärposition nach Wunsch / alternative Geburtsmöglichkeiten (individuelle, für verschiedene Geburtspositionen einstellbare Entbindungsbetten, Wassergeburt, Roma-Rad, Entbindung auf dem Gebärhocker, Entbindungsseil)
  • Geburtsverlauf im Entspannungsbad oder auf dem Pezziball möglich
  • Wassergeburt
  • Möglichkeit, die vorhandene CD-Anlage mit Klinik- oder eigenen CDs zu nutzen
  • moderne Überwachungsmöglichkeiten für Mutter und Kind (simultane Ableitung der kindlichen Herztöne und der mütterlichen Wehentätigkeit mittels CTG (Cardiotokografie/Telemetrie))
  • Schmerzlindernde Maßnahmen (Atemanleitung, Entspannungsbad, Homöopathie, Akupunktur, schmerzlindernde, krampflösende Medikamente, Periduralanästhesie)
  • auf Wunsch Abnabelung des Neugeborenen durch den Vater oder eine Begleitperson möglich
  • Vita 34 - Nabelschnurblutentnahme zur Stammzellgewinnung
  • ambulante Geburt (nach komplikationsloser Entbindung Entlassung nach 2 bis 4 Stunden nach Hause)
  • Kaiserschnitt-OP Tür an Tür zum Kreißsaal mit 24h-Bereitschaft eines Narkose- und Kinderarztes
  • Anwesenheit eines/r Kinderarztes/-ärztin bei jeder Risikogeburt und jederzeit bei Notwendigkeit
  • Ausstellen einer Glückwunschkarte mit Fußabdrücken und einem Foto des Neugeborenen
  • Hebammennachsorge nach der Entlassung aus der stationären Betreuung
  • Geschenkgutschein für einen Babyschwimmkurs in der Physiotherapeutischen Abteilung des Krankenhauses in Merseburg oder in Querfurt sowie einen
  • Babyschlafsack für einen gesunden Schlaf Ihres Kindes
  • kostenfreie Parkmöglichkeit für Begleitpersonen während der Entbindung
  • monatlicher Geburtshilflicher Informationsabend

Kreißsaalführungen

Geburtshilfe: Blick in einen unserer Kreißsäle

Selbstverständlich bieten wir Ihnen die Gelegenheit, sich schon während der Schwangerschaft ein Bild von unseren Kreißsälen und des geburtshilflichen Bereiches zu machen.

Sollten Sie nicht schon im Rahmen des Geburtshilflichen Informationsabends oder des Geburtsvorbereitungskurses an einer Kreißsaalführung teilgenommen haben, besteht Gelegenheit einer individuellen Führung, gern auch am Wochenende oder in den Abendstunden.

Wir bitten um vorherige Anmeldung unter 03461 / 27 40 56

Die diensthabende Hebamme wird Ihnen Auskunft über die aktuelle Belegung der Kreißsäle geben.


Klinikhebammen

Geburtshilfe: Unser Hebammen-Team

Das Team unserer Hebammen besteht aus neun Hebammen, die im Dreischichtsystem arbeiten. Der Schichtwechsel sichert Ihnen bei langwierigen Geburten eine konzentrierte, voll leistungsfähige Hebammenbetreuung. Unsere Tätigkeit beschränkt sich aber nicht ausschließlich auf die Betreuung während der Geburt.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, im Rahmen des Geburtshilflichen Informationsabends, der Geburtsvorbereitungskurse, der Akupunktursprechstunde oder der individuellen Kreißsaalführung schon frühzeitig Kontakt zu uns aufzunehmen. Wir bieten Ihnen auch Hebammennachsorge an. Des Weiteren können Sie gern unsere Rückbildungsgymnastik besuchen.

Bei allen Fragen oder Problemen erreichen Sie uns Tag und Nacht unter der Kreißsaaltelefonnummer: 03461 / 27 40 56


Beleghebammen

Geburtshilfe: Beleghebamme Cornelia Schumann

Beleghebammen sind freiberufliche Hebammen, die mit unserer Klinik einen Vertrag geschlossen haben, um hier tätig sein zu können. Ihre freie Hebamme begleitet Sie auch zur Geburt in der Klinik. In der Geburtsvorbereitung erhalten Sie Informationen zu allem, was Sie rund um die Schwangerschaft und Geburt, das Wochenbett sowie das Stillen wissen möchten.

Eine ärztliche Versorgung ist im Fall eventuell auftretender Komplikationen rund um die Uhr gewährleistet – Sie müssen nicht auf die Sicherheit einer kompetenten Geburtsklinik verzichten.


Beleghebammen

Cornelia Schumann
Straße der Handwerker 1
06268 Obhausen
Telefonnummer: 0173 94 90 585


Die ambulante Geburt in der Klinik

Geburtshilfe: Ambulante Geburt, Aufnahme einer Patientin

Die ambulante Geburt läuft wie eine Klinikgeburt ab, nur mit dem Unterschied, dass Sie drei bis vier Stunden nach der Entbindung zusammen mit Ihrem Kind die Klinik verlassen und nach Hause gehen können. Voraussetzung für diese schnelle Entlassung ist eine komplikationslose Entbindung, die ohne medizinische Eingriffe für Mutter und Kind einherging.

Die ambulante Entbindung wird gewählt, wenn eine Frau zwar die medizinische Betreuung unter der Geburt wünscht, danach aber lieber zu Hause sein möchte. Sie können auch eine Nacht in der Klinik verbringen, und erst am nächsten Tag nach Hause gehen. Auch hier entscheiden Sie – wir beraten Sie dabei gern.

Bei zu erwartenden Komplikationen auf Grund schwangerschaftsbedingter Erkrankungen ist eine ambulante Entbindung nicht empfehlenswert. Bei Problemen während oder nach der Entbindung ist es selbstverständlich, dass Sie und Ihr Kind stationär aufgenommen werden.

Empfehlenswert ist die Wochenbettbetreuung zu Hause durch eine Klinik-, Beleg- oder freie Hebamme.

Zwischen dem dritten und dem zehnten Lebenstag Ihres Kindes ist die zweite Vorsorgeuntersuchung, die U2, in einer kinderärztlichen Praxis notwendig, ebenso das Stoffwechselscreening. Die U1 wird vor Ihrer Entlassung durch unsere Kinderärzte durchgeführt.


Entbindung durch Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Eine Entbindung durch Kaiserschnitt wird nach einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf selten notwendig. Die Kaiserschnittrate liegt in unserer Klinik bei 22%.

Wir führen die Operation in unserem kreißsaaleigenen OP durch, der sich unmittelbar an den Kreißsaalbereich anschließt. Somit ist eine schnellstmögliche Versorgung für Mutter und Kind gewährleistet. Im Anschluß an die OP werden Sie und Ihr Kind von einer Hebamme im Kreißsaal betreut, bevor Sie auf die Entbindungsstation verlegt werden. Ihr Partner kann selbstverständlich bei Ihnen sein.

Wir führen die Operationsmethode nach Misgav-Ladach durch. Diese Technik wurde im Misgav-Ladach-General-Hospital in Israel entwickelt, deshalb oft auch als Misgav-Sectio bezeichnet.

Bei dieser Methode handelt es sich um ein Operationsverfahren, bei dem nur die Haut mit dem Skalpell eröffnet wird. Alle weiteren Bauchschichten werden mit den Händen gedehnt, so dass weitaus mehr Nerven und Blutgefässe erhalten bleiben, und der Blutverlust gering ist. Die Operationsdauer ist durch dieses Vorgehen deutlich verkürzt, das Schmerzempfinden und der Schmerzmittelbedarf sind nach der OP wesentlich geringer. Dadurch erholen und normalisieren sich die Körperfunktionen schneller.

Die Kinderärzte sind bei einer Geburt durch Kaiserschnitt immer im OP anwesend. Nach einem Kaiserschnitt bleiben Mutter und Kind 5-7 Tage in der Klinik. Der Kaiserschnitt kann in unterschiedlichen Narkoseformen erfolgen, in Spinalanästhesie (SPA), Periduralanästhesie (PDA) oder Vollnarkose. Wird ein Kaiserschnitt in Spinal- oder Periduralanästhesie durchgeführt, kann der Partner Sie auch hier begleiten.


Entspannungsbad, Wassergeburt

Geburtshilfe: Gebärwanne

Behandlungen im Wasser wurden schon in den alten Hochkulturen, in China oder Rom, praktiziert. Warmes Wasser fördert die Entspannung und lindert den Wehenschmerz. Das Gewebe und die Muskulatur des Beckenbodens werden elastischer.

Der Schmerzmittelverbrauch ist deshalb geringer als bei der "Landgeburt". Der Geburtsverlauf ist weniger anstrengend für Mutter und Kind. Neben der Wärme des Wassers genießen Sie auch das Gefühl der Schwerelosigkeit. Der Umfang der Geburtsverletzungen ist geringer.

Die Überwachung der kindlichen Herzfrequenz erfolgt mittels CTG (Telemetrie).

Ängste, das Kind könne ertrinken, sind nicht begründet, da das Kind, solange es ungeboren ist, im Medium Wasser (Fruchtwasser) schwimmt. Wenn es geboren wird, befindet es sich immer noch im Wasser (Geburtswanne). Der Atemschutzreflex (Divingreflex) verhindert das Luftholen, solange das Neugeborene im Wasser schwimmt. Erst wenn das Baby die Wasseroberfläche erreicht hat, setzt der Atemreflex ein. Das Neugeborene wird der Mutter auf die Brust gelegt.

Eine Wassergeburt kann auf Ihren Wunsch erfolgen. Die Entbindungs- oder Entspannungswanne kann jederzeit während der Geburt auch wieder verlassen werden.


Überwachung während der Geburt

Geburtshilfe: Cardiotokograf

Cardiotokograf (CTG): Herzton-Wehen-Schreiber, der unter der Geburt die kindlichen Herztöne simultan mit der Wehentätigkeit aufzeichnet. Vor der Geburt kann das Kardiotokogramm Aufschluss geben, ob bereits vorzeitige Wehen vorhanden sind, die in Anzahl, Abstand und Dauer erfasst werden können.

Die Telemetrie ist eine Form der Kardiotokografie. Die Signale werden zu einem kleinen Sender geleitet, der die Aufzeichnungen drahtlos an einen Empfänger übermittelt. Die schwangere Frau ist nicht verkabelt und kann sich frei bewegen.

Seltener kommt es unter der Wehentätigkeit zu einem ungewöhnlichen fetalen Herzfrequenzmuster. Mit einer Mikroblutuntersuchung (MBU) kann man zusätzlich den Zustand des Kindes unter der Geburt überprüfen. Es wird ein kleiner Blutstropfen von der kindlichen Kopfhaut entnommen, dessen Untersuchungsergebnis einen Hinweis auf einen Sauerstoffmangel geben kann. Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass keine Gefährdung des Kindes vorliegt, ist eine natürliche Geburt möglich.

Die Rate ungeplanter Kaiserschnitte wird somit niedrig gehalten.

Letzte Änderung: 22.07.2013Zurück zum Seitenanfang